Das Sakrament der Eucharistie - die heilige Kommunion

(Auszug aus >>Orthodoxes Glaubensbuch<< von Vr. Andrej Lorgus und Vr. Michail Dudko. Verlag DER CHRISTLICHE OSTEN, Würzburg)

In der heiligen Kommunion empfangen die Gläubigen wahrhaft Leib und Blut Christi unter der Gestalt von Brot und Wein. Die Kommunion empfangen wir zur Vergebung der Sünden und zum ewigen Leben. Der Empfang der Heiligen Gaben ist zur Erlangung des ewigen Lebens unbedingt notwendig (Joh.6,53-55).
Gläubige, die in der Göttlichen Liturgie kommunizieren wollen, müssen vorher das heilige Sakrament der Buße (--> Beichte) empfangen, in welcher der Priester die Absolution erteilt.

Auf den Empfang der Kommunion muß man sich auch unbedingt durch Fasten, (d.h. Verzicht auf Speisen, Rauchen, Vergnügungen) und durch verstärktes Beten vorbereiten. Die Mitfeier der Vesper am Vorabend und Nüchternheit ab Mitternacht am Tag des Kommunionempfangs ist geboten. Zum Empfang des Leibes und Blutes Christi soll man sich auch durch Reinlichkeit des Körpers und gepflegte Bekleidung vorbereiten. Starkes Schminken ist unangebracht.

Wenn der Priester zur Kommunionausteilung vor die Ikonostase tritt, beten wir gemeinsam: "Ich glaube, Herr, und ich bekenne: Du bist in Wahrheit Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Du bist in die Welt gekommen, die Sünder zu retten, unter denen ich selber der Erste bin. Ich glaube auch, daß dies Dein makelloser Leib und dies Dein kostbares Blut ist. Darum bitte ich Dich: erbarme Dich meiner und vergib mir meine Sünden, die ich absichtlich oder unabsichtlich, in Worten und Taten, bewußt oder unbewußt begangen habe. Würdige mich, an Deinen allerreinsten Mysterien teilzunehmen, nicht zur Verdammung, sondern zur Vergebung der Sünden und zum ewigen Leben. Amen.
An Deinem geheimnisvollen Abendmahl, Sohn Gottes, laß mich heute teilnehmen. Ich will Deinen Feinden das Geheimnis nicht verraten, Dich auch nicht küssen wie Judas, sondern wie der Schächer bekenne ich mich zu Dir: Gedenke meiner, o Herr, in Deinem Reiche.
Nicht zum Gericht oder zur Verdammnis gereiche mit die Teilnahme an Deinen heiligen Mysterien, o Herr, sondern zur Heilung der Seele und des Leibes. Amen."

In der Orthodoxen Kirche ist es nicht üblich, daß Erwachsene in einer fremden Gemeinde ohne vorherige Rücksprache mit dem Zelebranten zur Heiligen Kommunion gehen.

Beim Empfang der Heiligen Mysterien tritt man dicht an den Zelebranten heran, und hält die Hände über die Brust gekreuzt. Ist man dem Zelebranten unbekannt, nennt der Kommunizierende deutlich seinen Taufnamen. Der Mund wird weit geöffnet und der Kopf nach hinten geneigt. Nach dem Empfang antwortet man mit "Amen" und küßt den Fuß des Kelches. Vor und nach dem Empfang wird kein Kreuzzeichen ausgeführt.

Nach dem Empfang der heiligen Gaben schweigen wir still und hören am Schluß der Göttlichen Liturgie die Danksagungsgebete.