Große Fastenzeit 2016. Athos
Die Zeit vor Ostern ist eine Zeit der geistlichen Sammlung und der Askese. Mit diesem Ziel vor Augen unternahmen wir in der Großen Fastenzeit eine Pilgerreise zum Heiligen Berg Athos in Griechenland. Nach dem kurzen Aufenthalt und Besuch der wichtigsten Heiligtümer in Thessaloniki führte uns der Weg durch sechs Klöster der autonomen Mönchsrepublik:




das serbische Hilandar, mit seiner herzlichen Gastfreundschaft und seinem erhebenden byzantinischen Gesang in kirchenslawischer Sprache;
das griechische Vatopedi, das uns mit vielen Heiligtümern und vielen munteren Mönchen beeindruckte;
das bulgarische Zograf, mit seinen gutmütigen Brüdern und spartanischen Lebensbedingungen;
das griechische Dochiariu, sehr gemütlich und schön, mit seiner viel arbeitenden Bruderschaft;
das griechische Xenophontos, weitläufig und ruhig, mit seinem herzlichen, weißbärtigen Abt;
und natürlich unser russisches Hl. Panteleimon Kloster, herrlich und vollständig erneuert, mit seinen glorreichen Gottesdiensten.
In diesem Jahr wurde das 1000-jährige Jubiläum der russischen Bruderschaf auf dem Heiligen Berg Athos in Griechenland gefeiert. Besondere Freude hatten wir daran dem in diesem Jahr 100 Jahre alt gewordenen Abt des russischen Klosters Jeremia ein Geschenk von unserer Gemeinde in Singen zu überreichen. Abt Jeremia kam nämlich während des Zweiten Weltkrieges als gefangener Zivilist nach Singen und musste dort zwangsarbeiten. Er freute sich sehr, als er erfuhr, dass es im Ort seiner Gefangenschaft in Deutschland nun eine orthodoxe Gemeinde regelmäßige Gottesdienste zu Ehren des Herrn Jesus Christus feiert.
Als wir nach fast einer Woche wieder auf dem Schiff waren, blickten wir auf eine unbeschreibliche Zeit zurück: nächtelange mystische Gottesdienste, stundenlange Märsche von Kloster zu Kloster durch die athonitische Wildnis, sehr wenig Schlaf und wenig Fastenessen und bei all dem viel Kraft und geistlicher Erquickung. Das ist die Gnade Gottes, die Seinen Kindern neues Leben schenkt!