Pilgerfahrt nach Kiew und Počajew 27.08 - 3.09.2012

Am Samstag, 27. August 2011, versammelten sich rund zwei Dutzend Teilnehmer, darunter auch eine handvoll aus der Schweiz, zu einer Pilgerreise zu den grossen Heiligtümern der Ukraine. Bei strömendem Regen führte die Fahrt zum Flughafen München und von dort per Lufthansa nach Kiew.

Für einen reibungslosen Zimmerbezug und den Tagesablauf war Alex zuständig, der sein Können als Reiseleiter unter Beweis stellen konnte.

Bereits am nächsten Morgen waren wir überwältigt vom Sonnenaufgang, welcher über das historische Denkmal aus dem 11. Jahrhundert erstrahlte.
Damals war die Lawra das geistliche Zentrum, von dem aus sich das Christentum über ganz Russland verbreitet hat und steht heute unter UNESCO-Weltkulturebene.
Am frühen Sonntagmorgen, dem Hochfest Mariä Entschlafung, besuchten wir die Liturgie in der Antonij und Feodosij Kirche, einer der bedeutendsten Kirche des Höhlenklosters.
Ebenso beeinduckend ist auch der grosse Glockenturm, eines der imposantesten Bauwerke Kiews. Erbaut 1745 erhebt sich der Turm mit einer Höhe von rund 100 Metern und ist der grösste einzeln stehende Glockenturm des ehemaligen russischen Reiches.
Die Ausflüge über die Anhöhen von Kiew, mit Blick auf den Dnjepr, vorbei am Michaels-Kloster mit den Reliquien der Heiligen Barbara, an der majestätisch funkelnden Sophien-Kathedrale, dem Dreifaltigkeitskloster und dem Zverinezki-Höhlenkloster waren ein Genuss für Leib und Seele.
Für den Mittwoch stand uns eine grosse Fahrt von rund 500 km nach Počajev bevor. Auf dem Weg dorthin liessen es sich einige unter uns nicht nehmen, im Kloster der Heiligen Anna ein Bad im Quellwasser zu nehmen, das gerade mal + 2°C „warm“ war.
Das Kloster von Počajev mit der Hauptkirche, der Maria-Entschlafens-Kathedrale, ist das zweit grösste im Land und trägt ebenfalls den Ehrennamen Lavra. Die Gründung geht auf das 12. Jahrhundert durch die Mönche aus dem Kiewer Höhlenkloster. Die Einsiedler hatte eine Marienerscheinung, die einen Fussabdruck hinterliess. Hier wird die Muttergottes von Počajev besonders verehrt. Unter dem Kloster befinden sich Höhlen, in denen der Gründer gelebt hat.
Besonders eindrücklich ist im nahegelegenen Kloster die Wasserfassung, eines von Hand im vorletzten Jahrhundert gegrabenen Stollens mit über 100 Metern Tiefe sowie die ausserordentlichen Besucher des Klosters.
Mit einer spätabendlichen Rückkehr nach Kiew und einem klösterlichen Frühstück ging unsere Pilgerreise zu Ende.
Aus der Sicht von uns Schweizern habe ich alles in vollen Zügen genossen: Die frohe Gemeinschaft, das rücksichtsvolle Miteinander, die herzlichen Begegnungen und Gespräche. Mit einem herzlichen Dank an die Organisatoren möchte ich mit den Worten von Vater Konstantin schliessen: „Von nun an können auch wir uns mit dem heiligen Wort Pilger nennen. Wir haben an den Orten gebetet, an denen die Heiligen Höhlen-Väter erstrahlt sind, wo die Rus getauft wurde, wo die Allreine Mutter Gottes den Abdruck ihres Fusses im Stein hinterlassen hat. Das ist Gottes Gnade, dass wir diese grossen Heiligtümer berühren und der Seligkeit dieser Orte teilhaftig werden durften. Gott sei Dank.“
Hansruedi Täschler,
am Tage der Heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael